Netzsicherheitskonferenz 2022: Austausch wichtiger denn je

Zum 22 mal trafen sich anlässlich der Netzsicherheitskonferenz ca. 70 Branchenvertreter aus dem ganzen Bundesgebiet in Schwäbisch Hall.

Moderiert von Peter Breuning, AMP Energy Solutions, kamen unterschiedlichste Netz- und Branchenexperten am 4. und 5 Oktober 2022 zu Wort.

Den Anfang machten Samson Schairer (Netze BW) und Dominik Goldfuß (TransnetBW) mit der Komplexität von Redispatch 2.0. Wie ist der aktuelle Stand und warum geht die für Oktober 2021 geplante Einführung so schleppend voran.

Konrad Rogg (Stadtwerke München) zeigte bei seinem Vortrag auf, dass nicht alle Geräte einzeln über Smart Meter Gateway angesteuert werden müssen. Ein Limit wird an eine Liegenschaft oder EFH gesendet und dadurch wird die Steuerung in den jeweiligen Anlagen vorgenommen.

Rainer Stock (VKU) berichtete eindrücklich über die Gasmangellage und über den Stresstest der Systeme. Schaffen die Netzbetreiber mit oder trotz der Gasmangellage die Digitalisierung der Prozesse.

Dr. Dominik Schlipf (TransnetBW) informierte über die aktuelle Situation in den Übertragungsnetzen. Welche möglichen Szenarien einschließlich der Maßnahmen nach § 13.2 EnWG (rollierende Abschaltung zur Begrenzung der Last) gibt es. Kernbotschaft: Je nach Witterung könnte es eng werden, aber wir schaffen es gemeinsam und es kommt nicht zum Blackout!

Nach der Mittagspause wurden die Ansätze zum weiteren Ausbau der Digitalisierung der Netze von Rene Beele und Uwe Jeschke (SoftProject) vorgestellt. Sie erläuterten das Ende der sogenannten Turnschuhschnittstelle. Bei erfolgter Umsetzung ist der Medienbruch dann Geschichte.

Dr. Rainer Enzenhöfer (Transnet BW) informierte über die Elektromobilität und die Auswirkungen auf die Netzstabilität. Er stellte dafür die Prozesse und Systeme vor.

Neue Konzepte für mehr Netzsicherheit beleuchtete Dr. Thomas Walter (Easy Smart Grid). Er ergänzte damit auch die bereits von Konrad Rogg vorgestellte PLim-Funktion.

Thomas Deeg (Stadtwerke Schwäbisch Hall) stellte eindrücklich unter Beweis, welche Preisverwerfungen durch den Ukraine-Krieg und die Netzsituation im ENTSO-E-Netz entstanden – mit allen Folgen für Bilanzkreise und Lieferanten.

Christian Tomschitz (ZSW Stuttgart) zeigte die wichtigsten Prozesse bei der Netzsicherheit und damit auch zur Bewältigung der Krise auf. Schlussfolgerung: Ohne Prognosen sind wir in den Netzen blind, Blackout in den Netzen wären die Folge.

Einen auch für Nichtjuristen sehr verständlichen Vortrag über die rechtlichen Maßnahmen in der Krise brachte Frau Dr. Funke (Regulatory Compliance Partners) als Rechtsanwältin den Teilnehmern nahe. Der Vortrag bildete den Abschluss von Tag 1 der Netzsicherheitskonferenz.

Am Abend ging es natürlich elektrisch weiter. Segways warteten auf die Teilnehmer (powered by Smart Grids Plattform Baden-Württemberg). Das gemütliche Abendessen mit interessanten Gesprächen sorgte für einen gelungenen Abschluss (powered by VIVAVIS).

Am 2. Tag fand das 21. VIVAVIS-Anwenderforum statt.

Jörn Fischer stellte die Neuerungen der VIVAVIS AG und deren Umstellung vom Produktlieferanten zum Lösungsanbieter für EVU vor.

Gerade die derzeitigen Herausforderungen in der Gas- und Stromkrise machen einen Austausch der Informationen nahezu überlebenswichtig für die Mitarbeiter an den Schaltstellen im Netzbetrieb. Sie sind die Umsetzer der Anforderungen und für die Systemstabilität wichtig, jeder einzelne ist ein „Enabler“ der Netzsicherheit.

Nach der Mittagspause übernahm Jens Pörschke mit dem Thema IT-Sicherheit und IT- SIG 2.0. Dies gab den Teilnehmern neue wichtige Einblicke über den Einsatz zukünftig geforderter Systeme zur Erkennung von Angriffen auf die kritische Infrastruktur.

Als dritter Referent brachte Andres Seiler anschaulich den aktuellen Stand von Redispatch 2.0 den Teilnehmern näher. Welche Möglichkeiten der NS-Netzführung gibt es im Hinblick auf die Elektromobilität und dem Umstieg von Gasheizung auf Wärmepumpen. Dabei ist eine Visualisierung des NS-Netzes wichtig. Dies hilft den Mitarbeitern Anschluss- und Genehmigungsprozesse schnell, sicher und ohne Medienbruch umzusetzen.

Den Abschluss bildete der Vortrag von Mathias Lang mit dem Lösungsansatz zur Digitalisierung des Netzbetriebes. Schritt für Schritt sollten die Prozesse digitalisiert werden. Der ständige Medienbruch (Turnschuhschnittstelle) muss auch vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels dringend abgelöst werden.

Melanie Wolf
Melanie Wolf
Netzsicherheitskonferenz 2022
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